Seit dem 10.05.2021 können sich Menschen, die in der Impfpriorisierungsgruppe 3 sind, gegen das Coronavirus impfen lassen. Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren sind Teil dieser Gruppe. Trotz der Bemühungen des Landesfeuerwehrverbands Schleswig-Holsteins (LFV-SH) ist das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein (MSGJFS) nicht bereit, die Feuerwehren bei dem Wunsch nach Erleichterung bei der Terminvergabe zu unterstützen. Ziel des LFV-SH war und ist es nicht, den Angehörigen der Feuerwehren eine Höherpriorisierung zukommen zu lassen oder anderen Menschen aus der Gruppe 3 Impfdosen “wegzunehmen”. Der LFV-SH schlug

  • Individuelle Absprachen mit Impfzentren, wonach am Ende eines Tages Restdosen an Mitglieder der Feuerwehren und anderen Hilfsorganisationen (THW, DRK, DLRG, etc.) verimpft werden sollen sowie
  • Sammeltermine in Impfzentren außerhalb deren regulären Öffnungszeiten oder in eigenen Impfstraßen mit Sonderkontingenten an Impfstoff vor. Hierzu gab es bereits ausgearbeitete Konzepte, z.B. im Kreis Herzogtum-Lauenburg. Mit diesem Modell hätte in wenigen Wochen allen Feuerwehrangehörigen ein Impfangebot unterbreitet werden können. 

 

Dieser Idee wollte das Sozialministerium nicht nachgehen. Das Innenministerium Schleswig-Holsteins, in deren Verantwortlichkeit die Feuerwehren liegen, hat große zustimmende Signale hierzu verlauten lassen (1).

In Deutschland gab es Stand 2017 22.346 Freiwillige Feuerwehren mit insgesamt 994.042 Mitgliedern (2). Hiervon fast 50.000 in Schleswig-Holstein (3). Das sind knapp 1,73 % der Schleswig-Holsteiner*innen. Im Jahr 2019 sind die Feuerwehren in ganz Schleswig-Holstein 42.201 Einsätze gefahren (2).

Hierzu äußert sich Karen Stegelmann, Vorstandsmitglied der Grünen Jugend Kiel und selbst aktives Mitglied in einer Freiwilligen Feuerwehr: “Feuerwehren werden in der Gesellschaft leider viel zu häufig als Selbstverständlichkeit wahrgenommen. Es kommt leider viel zu oft vor, dass Kamerad*innen körperlich angegangen werden. Die Bürger*innen wissen, dass sie Hilfe bekommen, wenn sie die 112 wählen. Dass die Menschen, die ihnen helfen und teilweise das eigene Leben und die eigene Gesundheit aufs Spiel setzen, dies freiwillig tun und dafür auch kein Geld bekommen, wird dabei gerne einfach vergessen. Das Coronavirus bedroht uns alle jeden Tag. Feuerwehreinsätze erledigt man nicht von zuhause aus dem Homeoffice. Wir bleiben nicht auf der Couch in unseren sicheren Wohnungen sitzen. Wir sind gefährdeter als manch andere, die einfach zuhause bleiben können. Dementsprechend sind wir sehr enttäuscht über die scheinbare Gleichgültigkeit, die das Sozialministerium Menschen, die ein solches Ehrenamt ausüben, entgegenbringt!” 

[1] https://www.lfv-sh.de/fileadmin/download/CoVid19/20210430_Rundbrief_Impfen_LBM.pdf

[2] https://www.feuerwehrverband.de/app/uploads/2020/05/Statistik.pdf

[3] https://www.lfv-sh.de/index.php?id=27