Die Grüne Jugend Kiel kommentiert die Entscheidung einer FFP2 Maskenpflicht in Bayern und fordert die Landesregierung auf, bei ihren Entscheidungen geringe Einkommen mitzudenken.

Dazu Lars Brommann, Sprecher der Grünen Jugend Kiel: “Tendenziell begrüßen wir eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske im öffentlichen Raum, da diese besser als die teilweise selbst genähten und gewöhnlichen Alltagsmasken schützen. Gleichzeitig ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass es nicht bei einer reinen Forderung bleiben kann, sondern der Staat bei der Beschaffung und Verteilung der Masken eine zentrale Rolle einnehmen muss. Zudem ist für uns klar, dass eine FFP2-Maskenpflicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und nicht die letzte Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie bleiben kann. Wir fordern deshalb von der Landesregierung ein Homeoffice-Gebot, um auch Büros als mögliche Infektionsherde mittelfristig auszuschließen.”

Dazu Nelly Waldeck, Sprecherin der Grünen Jugend Kiel: “Markus Söder zeigt mit seiner Ausführung der FFP2 Maskenpflicht beispielhaft, wie soziale Ausgrenzung aufgrund von Armut funktioniert. Es kann nicht sein, dass Menschen mit geringem Einkommen die FFP2 Masken selbst finanzieren müssen. Der Hartz4 Regelsatz sieht gesundheitliche Ausgaben in Höhe von 2,50€ pro Monat vor. Eine einzige FFP2 Maske übersteigt also bereits das Monatsbudget. Gerade Menschen mit wenig Einkommen sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Keine finanzielle Unterstützung bringt diese Menschen entweder in eine prekäre finanzielle Lage oder führt dazu, dass die Masken zu lange getragen werden und ihre Wirkung verlieren. Der Verweis Söders auf gesunkene Ausgaben durch Corona ist schlichtweg zynisch. Es sind zwar Kosten für kulturelle und soziale Teilhabe gesunken, diese Ausgaben können sich Menschen mit geringem oder ohne Einkommen aber so oder so nicht leisten. Wir fordern die Landesregierung Schleswig-Holsteins auf, bei solchen Maßnahmen an soziale Gerechtigkeit zu denken.”