Die Grüne Jugend Kiel setzt sich dafür ein, dass Kieler Straßen, deren Namen sich mit Verbrechen des Kolonialismus, des Nationalsozialismus oder anderweitigen Menschenrechtsverbrechen verknüpfen lassen, umbenannt werden. Ein Straßenname stellt weder eine aufgeklärte Erinnerungskultur noch eine kritische Einordnung dar.

Für die Umbenennung schlagen wir zunächst folgende Straßen vor:

  • Lüderitzstraße
  • Nachtigalstraße
  • Nettelbeckstraße
  • Von-der-Groeben-Straße
  • Wissmannstraße
  • Woermannstraße

Der Vorstand wird mit dem Antrag beauftragt, in Kontakt mit Initiativen und Verbänden, die das Thema betreffen, zu treten und gegebenenfalls weitere Straßen hinzuzufügen.

Die Straßen sollen entsprechend nach Menschen benannt werden, die sich in der Zeit des Kolonialismus und oder des Nationalsozialismus als Widerstandskämpfer*innen engagiert haben. Dabei sollen mindestens die Hälfte der umbenannten Straßen nach FINT*-Personen benannt werden.

Um eine aufgeklärte Erinnerungskultur zu fördern, sollen stattdessen Gedenktafeln aufgestellt werden. Die konkrete Ausgestaltung dieser Gedenktafeln soll die Stadt Kiel in Kooperation mit entsprechenden Verbänden und Initiativen ausarbeiten.

Weiterhin wird der Vorstand beauftragt, sich mit dem Thema auf Landesebene auseinanderzusetzen und einen entsprechenden Antrag für die Landesmitgliederversammlung der Grünen Jugend Schleswig-Holstein zu stellen.

Die Anwohner*innen der jeweiligen Straßen sollen einen möglichst umfangreichen Zeitraum zur Änderung ihrer Meldedaten erhalten.

Begründung:

Straßennamen werden an Menschen vergeben, um ihr Lebenswerk zu ehren und die Leistungen zu würdigen. Entsprechend sind sie absolut ungeeignet, um auf Verbrechen des Nationalsozialismus oder des Kolonialismus aufmerksam zu machen. Weiterhin fehlt eine Einordnung, um Aufklärung über historische Menschenrechtsverbrechen aufzuzeigen. Als eine der größten Kolonialismusverantwortlichen ist es die Aufgabe Deutschlands, Aufklärung über die Zeit zu fördern und die damals begangenen Verbrechen aufzuarbeiten. Dazu gehört unter Anderem eine kritische Erinnerungskultur und die Entfernung jeglicher Gedenken, welche die deutsche Kolonialgeschichte als heroisch darstellt.

Die Verbrechen sollen allerdings nicht vergessen werden. Gerade dafür ist es wichtig, Gegenstände der Erinnerung in Stadtbereichen zu platzieren, die eine Auseinandersetzung mit den begangenen Verbrechen ermöglichen.