Die Grüne Jugend Kiel setzt sich gegen den Bau des Parkhauses und die dazugehörige Zufahrt ein, welche zusätzlich zum Ausbau des Holstein-Stadions errichtet werden soll. Sollte es nicht möglich sein, den Bau zu verhindern, setzen sich die Grüne Jugend Kiel dafür ein, dass keine öffentlichen Mittel in den Bau des Parkhauses oder in den Bau der Zufahrt zum Parkhaus fließen.

Wir verurteilen weiterhin, dass die Schrebergärten, welche für das Parkhaus weichen müssten, bereits vor Beschluss des Bebauungsplans gekündigt wurden.

Statt eines neuen Parkhauses setzen wir uns dafür ein, dass die umliegenden Parkhäuser an Spieltagen mitgenutzt werden und eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs im Bereich des Stadions geschaffen wird mit einer erhöhten Frequenz an Spieltagen. Perspektivisch setzen wir uns für eine Erweiterung der Veloroute über Projensdorf/Wik in Richtung Holtenau ein.

Für den Bau des Holstein-Stadions setzt sich die Grüne Jugend Kiel weiterhin dafür ein, dass die öffentlichen Zuschüsse an Auflagen geknüpft werden. Dazu zählen

  • eine Auflage, dass das Stadion auch von dem Frauenteam Holstein Kiels genutzt werden darf
  • dass sich Holstein Kiel als “Vorzeigeprojekt Kiels” am ausgesprochenen Klimanotstand der Stadt orientiert und sich als Verein bis 2030 vollständig klimaneutral ausrichtet. Dieses Vorhaben sollte sich auch im Bau widerspiegeln. Es soll geprüft werden, inwieweit ein Stadionausbau aus Holz, nach dem Vorbild des Stadionneubaus der Forest Green Rovers in Gloucestershire, England möglich ist. Zudem soll sich Kiel über den Städtetag beim DFB für eine Veränderung der Richtlinien für Stadien einsetzen, die an die Maßgaben der Klimaschutzziele angepasst werden müssen.

 

Die Grüne Jugend Kiel sich dafür ein, dass ein umfassender Dialog mit Anwohner*innen gestaltet wird, in denen ihre Bedürfnisse ernst genommen und in der Planung berücksichtigt werden. Dazu zählt:

  • die Vorlage eines separaten und individuellen Sicherheitskonzeptes für direkte und umliegende Anwohner*innen für Großveranstaltungen
  • Vorlage eines Konzepts, wie Anwohner*innen und deren Gäste an Spieltagen problemlos und ohne große Einschränkungen zu den Grundstücken gelangen können
  • ein umfassendes Konzept zum Lärmschutz

Begründung:

Die Stadt Kiel und das Land Schleswig-Holstein haben sich bereit erklärt, den Ausbau des Stadions mit je 10Mio.€ zu subventionieren. Das ist grundsätzlich eine hohe Summe, die in ein Projekt fließt, von dem private Bürger*innen nur mäßig profitieren. Mit einer Beteiligung an der Finanzierung sollte aber auch Einfluss auf das Projekt genommen werden können. Zudem hat der Aufstieg Holstein Kiels und der Ausbau des Stadions einen hohen symbolischen Wert für die Stadt und eine Tragweite weit über Kiel hinaus. Entsprechend sollten wir uns dafür einsetzen, dass wir die Werte, die damit einhergehen, auch vertreten können. Dazu sollte eine Ausrichtung an unseren Klimazielen gehören und die Selbstverständlichkeit, dass das Stadion nicht nur für männliche Spieler genutzt werden darf.

Das Parkhaus soll 8stöckig in 20Meter Höhe gebaut werden und circa 1200 Parkplätze umfassen. Für die Zufahrt werden weitere Schrebergärten vernichtet und der Lebensraum einiger Tierarten. Durch das Parkhaus mit ca. 1.200 Plätzen würde noch mehr Verkehr in und durch die Stadtteile geleitet. Zudem sollen für die Zufahrt weitere Schrebergärten im Kieler Stadtgebiet vernichtet und Lebensraum vieler Tierarten wie Rehe, Reiher, Feldhasen, Fledermäuse, etc. vernichtet. Als Stadt, die den Klimanotstand ausgerufen hat und sich vornimmt, bis 2035 klimaneutral zu sein, sollte es ein wichtiges Anliegen sein, Voraussetzungen für klimaneutrale Mobilität zu schaffen. Dazu gehört eine Umlagerung des Verkehrs auf ÖPNV und Fahrrad. Durch den Parkhausbau erhöht sich der Individualverkehr in der Stadt. Zudem wird das Parkhaus nur an Spieltagen, also an schätzungsweise 25 Nachmittagen im Jahr genutzt werden. Der Wald, der für die Auffahrt zum Parkhaus zerstört werden soll, bietet aktuell Lärmschutz für Anwohner*innen vor der B503.

Aktuell gibt es noch keinen Bebauungsplan oder eine Baugenehmigung. Durch das verfrühte Kündigen der Schrebergärtenpacht werden verfrühte Tatsachen geschaffen. Das ist auch im Rahmen des Möbel Höffner Projekts passiert und ist schlichtweg nicht vertretbar. Außerdem werden aber schon Vorarbeiten für die Stadionerweiterung geleistet. Der Kampfmittelräumdienst überprüft den Boden, es werden Vermessungsarbeiten durchgeführt und Bodenproben entnommen. Mit der Herstellung der Baustraße kann ohne eine vorliegende Baugenehmigung für das gesamte Projekt schon begonnen werden.